Regenwaldterrarium und Wüstenterrarium
Wenn der Regenwald oder die Wüste in Wohnzimmer “einziehen”!
Bereits in den 70 er Jahren beschrieb Wolfgang Bechtle in (s)einem Kosmos Taschenführer (“Bunte Welt im Terrarium”) verschieden Terrarientypen, darunter das feuchte, jedoch unbeheizte Becken für einheimische Kröten, Frösche und Salamander, aber auch den prächtigen Urwald hinter Glas, ein Regenwaldterrarium, das natürlich beheizt wird. Denn nur dann werden sich auch tropische Frösche, Agamen oder Chamäleons bei uns wohl fühlen. Das wiederum unterscheidet sich vom trocken, heißen Wüstenterrarium, wie es für Dornschwänze und alle anderen, die es (sehr) heiß mögen, gebraucht wird.
Wobei der Fachhandel heute (ganz anders als zu Bechtles Zeiten, wo noch handwerkliches Geschick gefragt war!) für jeden Geschmack das passende Becken bereit hält. Wobei wir uns schon ein “echtes ” Terrarium anschaffen. Denn Aquarien fehlen natürlich die Lüftungsgitter und vor allem auch die beweglichen Frontscheiben. Die Folge sind ein Wärmestau und eine mühselige Fummelei, wenn in dem Becken hantiert wird – (s)ein Aquarium für Landbewohner umzufunktionieren, kann daher allenfalls ein Notbehelf sein!
Natürlich muss das Becken von Anfang an an Größe und Lebensgewohnheiten seiner Bewohner angepasst sein. Der Größe der ausgewachsenen Tiere. Denn sonst müsste später, sobald die anfangs nur fingergroßen Echsen einmal ausgewachsen sind, in ein neues Becken investiert werden. Für Bodenbewohner (und das sind viele Wüstentiere, da es in ihrer natürlichen Heimat nun mal nichts zu klettern, dafür jedoch reichlich Auslauf gibt!) sollte ein Terrarium vor allem über eine große Bodenfläche verfügen, während Behälter für Kletterkünstler wie die schon erwähnten Anolis eher in die Höhe gebaut sind. Dabei sind vor allem Echsen häufig äußerst lebhaft, während Froschlurche oftmals auch mit kleineren, quadratischen Becken aus kommen. Als Anfänger lässt man sich daher am besten beraten, welches Becken zu welchem Tier passt …
Wobei zunächst der Behälter ausgewählt und eingerichtet wird. Die Lurche oder Echsen sollten dann erst einige Tage später einziehen!
Wüstenterrarium
Ein Wüstenterrarium wird in der Regel mittels Heizmatte plus Heiz-Strahler beheizt. Dadurch ist der Bodengrund (wüsten-typisch) angenehm warm. Zudem wird, mittels Spot-Strahler, ein einzelner Stein oder Sonnenplatz aufgewärmt. Das Tier braucht jedoch stets auch die Möglichkeit, sich in kühlere Bereiche zurück zu ziehen.
Als Bodengrund gibt es heute speziellen Terrariensand im Fachhandel zu kaufen. Zudem können Steinaufbauten mit Höhlen als Unterschlupf modelliert werden. Vorsicht jedoch, da manche Echsen graben. Die Konstruktionen müssen also standfest sein und sollten am besten verklebt werden (es gibt auch fertige Höhlen aus Kunststoff!). Für die Bepflanzung kommen Sukkulenten, Tillandsien und Kakteen in Betracht, die – zusammen mit einigen Ästen -, zu einem ansprechenden Gesamtbild dekoriert werden.
Regenwaldterrarium
Beim Regenwaldterrarium spielen dann Pflanzen sogar die Hauptrolle. Heute gibt es hierfür Komplett-Sets samt Bodengrund, Rückwand, Elektrik und Bepflanzung zu kaufen. Wer die Komponenten einzeln kauft, sollte etwas Erfahrung mitbringen und/oder sich beraten lassen.
Typisch für ein Regenwaldterrarium, oft auch Troperterrarium genannt, sind moderate Temperaturen (um die 27 Grad) und eine hohe Luftfeuchtigkeit. Zu dem obligatorischen Wasserbecken muss das Becken daher regelmäßig per Wasserzerstäuber besprüht werden …
Wer die Pflanzenpracht ruinieren kann, sind die Bewohner selbst. Denn im Gegensatz zu leichtgewichtigen Fröschen werden stattliche Echsen schon mal Pflanzen umknicken. Hier könn(t)en frei-schwebende Körbe, die von den Tieren nicht erreicht werden, eine Lösung sein.
Zudem müssen wir natürlich stets darauf achten, dass die Pflanzenfresser unter den Reptilien keine giftigen Gewächse anknabbern (können). Umgekehrt könn(t)en aber auch, und auch das darf nicht verschwiegen werden, die Ernährungsgewohnheiten der Fleischfresser manchem Mitbewohner übel aufstoßen. Denn es ist nicht jedermanns Sache, dabei zuzusehen, wie eine lebende Grille langsam und genüsslich verspeist wird!
