Terrarien Reptilien
Schon seit Jahren erlebt die Reptilienhaltung einen Boom. Schlangen und Echsen sind zu Haustieren geworden wie Hunde und Katzen. Längst kann man vom Gecko bis zur Abgottschlange käuflich erwerben, was das Herz begehrt. Doch was ist bei der Haltung von Reptilien in Terrarien zu beachten?
Reptilien im Terrarium sind keine Streicheltiere
Foto: Agame im Terrarium von Jürg Adler / pixelio.de
Reptilien benötigen spezifische Temperaturen und Luftfeuchtigkeit, Kletter- oder Wühlmöglichkeiten in einem künstlichen Lebensraum, dem Terrarium. Auch sollte bedacht werden, dass großwüchsige Schlangen ernsthafte Bissverletzungen zufügen können. Unangenehm sind durchaus schon Bisse kleinerer Schlangen wie Nattern, denn diese Verletzungen sind schnell von Infektionen befallen. Die Haltung von Giftschlangen im Reptilien Terrarium bedarf der behördlichen Genehmigung, setzt hohes Verantwortungsgefühl und viele Sicherheitsvorkehrungen voraus, ebenso wie das ständige Vorhandensein eines Gegengiftes. Dies verfällt freilich nach einer gewissen Zeit, und ist zu ersetzen, was also zusätzliche laufende Kosten verursacht.
Wer ernsthaft und engagiert Reptilien in Terrarien halten möchte, sollte sich vor der Auswahl des Tieres und der Anschaffung Fachliteratur beschaffen. Der Kontakt zu Gesinnungsgenossen in Aquaristik- und Terraristikvereinen hilft nicht nur bei Orientierung, sondern bietet später auch die Möglichkeit des Erfahrungsaustausches. Die Anschaffung eines Reptils fürs Terrarium aus Nachzuchten ist aus Gründen des Tierschutzes der eines Wildfanges vorzuziehen. Die Nachzuchten stammen aus Beständen, die bereits erfolgreich in Terrarien gehalten und vermehrt wurden, so dass der Reptilienhalter bei den Zöglingen schon eine Spezies erhält, welche im Terrarium gedeiht. Beim Kauf eines Reptils aus Wildbeständen sind auf die Einhaltung der Artenschutzrichtlinien zu achten (Cites-Papiere).
Fütterung von Terrarien Reptilien
Viele der Nachzuchten sind an die Fütterung mit toten Tieren gewöhnt, die der Handel als Tiefkühlware anbietet. Doch sollte bedacht werden, dass nicht jede Schlange auf Tiefkühlware akzeptiert und artgerecht eine lebende Maus oder Ratte verlangt. Diese Fütterung bedarf der Überwachung, was sicher nicht jedermanns Sache ist. Darüber hinaus tritt ein Reptil im Terrarium nicht selten in Futterstreik, so dass der Halter zur Zwangsfütterung greifen muss.
Platz im Terrarium
Aus der Gruppe der Echsen sind vor allem die Agamen (z.B. Bartagamen) sehr beliebt, die oft auch in Gruppen gehalten werden können. Unter den Echsen findet sich sogar manch reiner Pflanzenfresser. Ein Riese ist der Gecko, zweifellos ein sehr schönes Tier. Doch er benötigt aufgrund seiner Größe und der nötigen Klettermöglichkeit ein platzintensives Terrarium. Gleiches gilt für die Haltung von Riesenschlangen wie Pythons und Boas. Lediglich die Königspython sei hier als Nachzucht genannt, welche selten eine Körperlänge von über 2 Metern erreicht. Die Größe des Reptils spielt ohne eine wesentliche Rolle in der Haltung, denn neben dem erforderlichen Platz im Terrarium ist es meist nicht möglich ein großes Tier bei der notwendigen Untersuchung nach Parasiten oder auf Mundfäule zu handhaben. Bei Riesenschlangen kommt die Beschaffung größerer Futtertiere hinzu. Einfacher zu halten sind ungiftige Nattern wie die weit verbreiteten Korn- und Königsnattern. Sie sind nicht nur schön, sondern auch ungefährlich.
Das Reptilien Terrarium bedarf der regelmäßigen und sorgfältigen Reinigung, ein Zeitfaktor den der Reptilienhalter in seine Lebensumstände einplanen sollte.
Last but not least ist die tierärztliche Versorgung ein Aspekt, welcher bei der Anschaffung eines Reptils selten berücksichtigt wird. Nur wenige Tierärzte sind in der Lage erfolgreich ein erkranktes Reptil zu behandeln. Zeitige Erkundigungen, welcher Tierarzt im Fall der Fälle konsultiert werden kann, sind also ratsam.
